Philippinen: Geisel von Islamistengruppe Abu Sayyaf enthauptet

Ein vor rund sieben Monaten auf den Philippinen von der Islamistengruppe Abu Sayyaf entführter Kanadier ist von den Entführern enthauptet worden. Premierminister Justin Trudeau sprach am Montag in einer kurzen Fernsehansprache von einem "kaltblütigen Mord". "Kanada verurteilt diese Brutalität rückhaltlos." Die philippnischen Behörden hatten zuvor mitgeteilt, dass der Kopf eines ausländischen Mannes auf einer Insel gefunden worden sei.

Der Kanadier war zusammen mit einem Landsmann am 21. September vergangenen Jahres von Abu Sayyaf aus einer Hotelanlage verschleppt worden. Die andere Geisel befindet sich noch immer in den Händen der Entführer. Bemühungen um die Freilassung seien im Gange, sagte Trudeau. Zugleich arbeite Kanada mit den philippinischen Behörden zusammen, um die Täter zu finden.

Im März war ein Video mit den ausgemergelten Geiseln aufgetaucht. Mit ihnen war zudem ein Norweger in dem Film zu sehen, der zur selben Zeit verschleppt worden war. Die Islamisten drohten mit der Ermordung der Männer, wenn ihrer Forderung nach einem Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen Euro nicht nachgekommen werde. In einem Video zuvor hatten sie 20 Millionen Euro für jede der Geiseln gefordert.

Zwei Deutsche wurden im Oktober freigelassen

Der getötete John Ridsdel war ein Freund des Vorgängers von Justin Trudeau an der Spitze der Liberalen Partei in Kanada, Bob Rae. Der frühere Journalist, Ölindustrie-Vertreter und passionierte Segler arbeitete auf den Philippinen im Goldminen-Geschäft, bevor er in Rente ging.

Abu Sayyaf wurde in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gegründet. Die Gruppe wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt. Erst im Oktober ließ sie zwei Deutsche nach einem halben Jahr in Geiselhaft frei. Neben den wiederholten Entführungen von Christen und Ausländern, um Lösegeld zu erpressen, verübte die Gruppe zahlreiche Anschläge.

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