Herdecke vor Klima-Patenschaft mit Stadt auf Philippinen

Herdecke.   Herdeckes Klimaschutzbeauftragter Jörg Piontek-Möller koordiniert einen Austausch mit Dumangas. Mitte Juli fliegt ein Trio auf die asiatische Inselgruppe.

Den Klimawandel bekämpfen, aber auf die Philippinen fliegen: Widersprüchlich erscheint die Herdecker Idee, über eine Partnerschaft mit dem philippinischen Städtebund Dumangas einen Beitrag zu diesem globalen Problem zu leisten. Nach einigen Vorarbeiten soll in diesem Sommer eine dreiköpfige Delegation mit Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster an der Spitze in das asiatische Land fliegen. Die Luftlinien-Entfernung beträgt übrigens laut Internetangaben 5757,73 Kilometer.

Indonesien auch im Blickfeld

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte kürzlich nach dem Stand der Dinge bezüglich der Partnerschaft nachgefragt. Und vom städtischen Klimaschutzbeauftragten Jörg Piontek-Möller einen Überblick
zu den Entwicklungen erhalten. „Es hat zwar etwas länger gedauert, aber dann haben wir doch eine passende Stadt für Herdecke gefunden.“ Zunächst geriet auch Indonesien ins Blickfeld, doch wegen der dortigen Terrorgefahr und Sprachbarrieren kam diese Variante nicht zum Zug. „Wer sich mit den Philippinen etwas länger beschäftigt, erfährt zum Beispiel, dass Englisch als Amtssprache dort weit verbreitet ist“, so Piontek-Möller.

Dass sich die Herdecker überhaupt auf diesem Kontinent nach einer Partnerstadt umschauen, hat folgenden Hintergrund: Am 6. Juli des vergangenen Jahres bekundete die Stadt ihr Interesse zur Teilnahme an dem Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“. Das organisieren Engagement-Global und die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (Ansprechpartner dort ist übrigens der Herdecker Dr. Klaus Reuter). „Der Klimaschutz ist eine globale Herausforderung“, sagt Möller-Piontek zur erfolgreichen Bewerbung. In fünf Phasen sollen konkrete Pläne entstehen, wie die Partnerschaften im süd- und südostasiatischen Raum gestaltet werden können.

Im Herbst begann die Suche nach einer passenden Partnerkommune auch für Herdecke aus den teilnehmenden Ländern Bangladesch, Bhutan, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Sri Lanka, Thailand, Timor Leste, Vietnam und eben den Philippinen. „Die gehören in Sachen Klimaschutz zu den drei am meisten gefährdetsten Ländern auf der Welt, immer wieder treffen Taifune das Archipel“, berichtet Möller-Piontek. Die Großraumgemeinde Dumangas an der östlichen Küste (laut Internetlexikon Wikipedia leben dort 66 108 Einwohner) scheint als Partnerstadt geeignet, da es dort bereits Klimaschutzprojekte zum Thema Hochwasser gebe.

Erste Flugreise Mitte Juli

Davon können sich die Herdecker beim Auftakt-Workshop vom 11. bis 15. Juli vor Ort ein Bild machen. „Wahrscheinlich wird es ein größeres Projekt geben, das im Zentrum des gemeinsamen Handlungsprogramms stehen wird“, sagt der hiesige Klimaschutzbeauftragte, der im Sommer als Koordinator mitfliegen wird und nach einem Dezember-Treffen von guten Erfahrungen anderer Teilnehmer-Kommunen erzählen kann. Bisher gebe es nur einen Austausch per Mail, bald könnte es etwa Gespräche über den Gebäudeschutz geben.

Den Expertenaustausch fördert auch eine Unterabteilung des Bundesumweltministeriums, auch die Reisekosten zahlen die Organisatoren. Ende 2017 soll dann der Gegenbesuch als Abschluss in Deutschland erfolgen. Insgesamt sind in der Zeit drei Zusammenkünfte geplant. Parallel sollen bilaterale Kontakte geknüpft werden.

Daher regte Peter Gerigk von den Grünen nach einem Lob für das Engagement Möller-Pionteks an, dieses Projekt auch in die Bürgerschaft zu tragen und die Partnerschaft in Schulprojekten für das Gymnasium und die Realschule zu nutzen. Als Vorbild könnte etwa der Panama-Kreis dienen.

Steffen Gerber

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